Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Wie Aktivisten an einem alten Ehepaar ihr Mütchen kühlten

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 06/15 vom 04.02.2015

Am Heldenplatz stand Rudi Gelbard, einer der letzten Zeugen jener Zeit, und erzählte von 1938, von den Konzentrationslagern und dem Mob in Wien. Es war eine berührende Rede eines Überlebenden bei einer friedlichen Protestkundgebung.

Ein paar "Antifaschisten" am Ring hörten nicht zu. Sie waren damit beschäftigt, am Ring ein Taxi zu blockieren, in dem ein altes Ehepaar saß, angeblich "Nazis". Zuerst wurde das Paar beschimpft, dann zog einer ein Messer und stach in die Reifen. Die Lage wurde bedrohlich.

Da stieg der Taxler aus, ein aufgebrachter Mann ohne Zähne, und sagte: "Wos kann i dafür? I waß do net, wo die Gäst hinwoin." Er nannte die Antifaschisten "feste Oaschlecha", weil sie ihm den Wagen beschädigten. Und er sagte: "I muass hackln. Ihr hoits beim Papa die Hand auf." In der Ferne waren Polizeihunde zu hören, vor ihnen hatten die Autonomen Respekt. Sie verzogen sich später ins "Wienerwald" auf ein Brathendl.


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