Kolumne Außenpolitik

Die deutsche Blockadehaltung gegenüber Syriza ist gefährlich

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 06/15 vom 04.02.2015

Wenn Europas Politik einer frontalen Zugskollision in Zeitlupe gleicht, wie Joschka Fischer vermerkt, dann hat sich das Tempo des Zusammenstoßes mit der Regierungsübernahme durch Syriza schlagartig erhöht. Lange haben die EU-Granden geglaubt, dass es in Athen im letzten Augenblick zu einem Umschwung zugunsten der Konservativen kommen wird, weil die griechischen Bürger am Euro festhalten wollen. Es war ein falsches Kalkül.

Dass ein Land die politischen Eliten austauscht, um eine dramatische Fehlentwicklung zu korrigieren, wie das jetzt in Griechenland passiert, gehört zu den grundlegenden Mechanismen der Demokratie. Nach fünf bitteren Jahren eines Wirtschaftseinbruches, den andere Völker sonst nur in Kriegszeiten erleben, sollte ein radikaler Wechsel niemanden völlig überrascht haben.

Üblicherweise geht man in der EU auf Neuankömmlinge kompromissbereit zu. Niemand darf als Verlierer dastehen, lautet die Devise. Geduldig ließen Merkel und Co bei nächtlichen Gipfeln die antikapitalistischen


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