Ein Sommer, wie er früher noch nie war

Heuer gibt es den ersten Grazer Architektursommer. Im Haus der Architektur erfährt man diese Woche, worum es geht

Lexikon | Tiz Schaffer | aus FALTER 06/15 vom 04.02.2015

Der Satz steht da wie ein Fels in der Brandung: "Den größten Teil unseres Lebens verbringen wir in gebauter oder gestalteter Umwelt." Er ist im Konzept des Architektursommers 2015 (1.6.-30.9.) zu finden, der vom Grazer Haus der Architektur HDA heuer zum ersten Mal umgesetzt wird und sich den Hamburger Architektursommer zum Vorbild genommen hat. "Der ist sehr etabliert, breit verankert und funktioniert super", erzählt Markus Bogensberger, der Leiter des HDA. "Alle großen Museen etwa wie auch alternative Stadtbewegungen machen da mit."

In Graz sind die Hochschulen und viele Kulturinstitutionen schon mit an Bord. Aber jeder, der eine knackige Idee hat, wie man Gebautes diskutierbar und erfahrbar machen könnte, ist eingeladen mitzumachen - egal ob als Initiative oder gelangweilter Student. Auf der Homepage des HDA wartet eine Checkliste zum Download, darauf kann man bekanntgeben, ob man nun eine Ausstellung, einen Vortrag, eine Konferenz, eine Installation oder gar ein Experiment plant. Auch die Themen, mit denen man die Formate aufladen möchte, sind frei wählbar: Verkehr oder Energie, Wohnen oder öffentlicher Raum, Landschaft oder Historisches - alles ist denkbar. Nur eines ist nicht denkbar: dass man das HDA um Geld anhaut - Umsetzungsbudgets werden keine bereitgestellt.

Allerdings koordiniert und organisiert das HDA die ganze Sache, kümmert sich um Programmbuch, Onlinepräsenz, Medienarbeit oder das Rahmenprogramm. Wer nun beim ersten Infoabend teilnimmt, wird nicht nur erfahren, dass man bis zum 3. März sein Vorhaben eingereicht haben sollte und dass das Programm Anfang Mai präsentiert wird. Sondern auch, dass die Möglichkeit besteht, sein Projekt eventuell auch in den Räumlichkeiten des HDA zu verwirklichen - von Juni bis Ende September ist es nur für den Architektursommer da.

"Das Programm ist unkuratiert, aber nicht unkontrolliert", sagt Bogensberger. Also wenn etwas ganz krumm ist, dann wird es ein wenig geradegebogen.

HDA, Graz, Fr 19.00


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