Like mich am Arsch!

Unter der grell-krawalligen Oberfläche ist Deichkind eine der schlauesten Popbands Deutschlands. Das neue Album beweist das einmal mehr

Feuilleton | Begegnung: Gerhard Stöger | aus FALTER 06/15 vom 04.02.2015

Sebastian Dürre, 37, ist unrasiert und etwas zerknittert. Er trägt einen verwaschenen roten Kapuzenpulli und spült den eben gegessenen Burger mit Schnaps hinunter. Dürre sieht aus wie der Durchschnittsprolo von nebenan.

Er könnte Tankstellenpächter, Automechaniker oder Supermarktregalschlichter sein. Tatsächlich ist er ein Popstar und gerade in Wien, um über "Niveau Weshalb Warum" zu sprechen, das sehr gute neue Album seiner Band Deichkind. Als "Porky" ist er Rapper, Soundtüftler, Performer und einer der Textchefs dieser Hip-Hop-Grenzüberschreiter, die gegenwärtig zu den erfolgreichsten deutschen Popbands zählen. Jeder kennt ihre Hits wie "Leider geil","Arbeit nervt" oder "Bück dich hoch", ihre glitzernden LED-Kostüme und ihre Müllsack-Outfits. Die Namen und die Gesichter hinter Deichkind kennt dagegen kaum wer.

Sie haben auch mehrmals gewechselt, seit sich ein paar Mittelschichtskids im Hamburg der ausgehenden 1990er fanden, um Rapmusik amerikanischer Prägung mit hanseatischem


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