Kommentar des Chefredakteurs

Die Justiz sucht Maulwürfe, die eine große Justizreform angestoßen haben

Falter & Meinung | Kommentar: Florian Klenk | aus FALTER 06/15 vom 04.02.2015

Kürzlich musste ich in einer alten Meidlinger Polizeikaserne antreten. Das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung wollte wissen, welcher Beamte den Falter mit Informationen zum Strafvollzug versorgt habe. Ich hatte persönlich zu erscheinen, die schriftliche Mitteilung, dass ich mich auf das Redaktionsgeheimnis berufe, genügte nicht.

Nein, das war kein Anschlag auf die Pressefreiheit, aber eine bezeichnende Geste allemal. Ein Wiener Staatsanwalt nahm mich kurz davor diskret zur Seite und riet: "Passen S'die nächsten Wochen ein bisserl auf am Telefon." Ein anderer Ankläger fragte: "Stimmt es, dass Sie für die Fotos 7000 Euro an einen Arzt gezahlt haben?" Nein, stimmt nicht.

Ich gestehe: Etwas verwundert war ich da schon. Erstaunlich war auch, wie dick der Aktenordner über meinen unbekannten Maulwurf schon angeschwollen war, ja, er ist fast schon so dick wie die Akte Eurofighter.

Die Justiz wird offenbar noch immer nervös, wenn es um die Offenbarung von Missständen in den eigenen Reihen


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