Theater Kritiken

Wofür die Leute Schlange stehen

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 06/15 vom 04.02.2015

Ein Theaterdirektor (Georg Schubert) wünscht sich ein Stück, für das die Leute Schlange stehen. Dem Tag-Intendanten Gernot Plass mag das mit seiner Klassiker-Überschreibung "Faust-Theater" gelungen sein. Julian Loidl spielt den ergrauten Wissenschaftler Heinrich Faust, der sich, "geschlagen mit IQ" und sexuell frustriert, die Jugend zurückwünscht und einen Pakt mit dem Teufel (Jens Claßen) eingeht. "Straßenkatergeil" will er Margarete (Elisabeth Veit) verführen, deren Wunsch es ist, einmal auszusehen "wie so eine Organisatorin von so einem Ball". Stark und dunkel wird diese durchaus witzige Inszenierung zum Schluss, als Margarete im Irrenhaus landet und einen gellenden Schrei von sich gibt. "Das alles ist nur ein Spiel", heißt es von den Theatermachern, aber da hat Gretchens Wahnsinn sich schon längst eingefressen.

Tag, Fr, Sa, Mo, Mi, Do 20.00


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