Nüchtern betrachtet

Quasten gehören nicht auf den Kopf von Frauen

Feuilleton | aus FALTER 07/15 vom 11.02.2015

Jetzt, wo der Winter eindrucksvoll sein Zepter schwingt und die ganze Stadt inklusive Busverkehr in Watte packt, ist auch die Zeit der Pudelmütze gekommen. Das macht es modisch aufgekratzten Zeitgenossen leichter, da sie der Überlegung, ob sie jetzt besser den Trilby, den Pork Pie oder doch die fischgrätgemusterte Newsboy Cap wählen sollen, in Tagen wie diesen enthoben sind. Die Antwort lautet stets: Pudelmütze!

Die Pudelmütze ist vom "Accessoire" zum "Essential" avanciert, was auch ihre eigentliche Bestimmung ist. Menschen, die in Innenräumen ihre Mütze aufbehalten, weil sie das "cool" finden, sind dazu nur im Reservat Neubau berechtigt und müssen sechs Euro für jeden Latte oder Smoothie bezahlen. Jenseits eines Alters von 25 Jahren ist solcher Quatsch auch im siebenten Bezirk zu unterlassen. Das gilt insbesondere für jene einer phrygischen Mütze nachempfundenen Beanies, mithilfe deren Frauen, die tief im dritten Lebensjahrzehnt stehen, in die Boxershorts von Snowboardern zu


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