Ins Mark Der Kommentar zur steirischen Woche

Blasenschwäche ade

Steiermark | aus FALTER 07/15 vom 11.02.2015

Es war Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP), der voriges Jahr reinschranzte und eine Neuausrichtung des Grazer Kunsthauses forderte. Zu wenig Volksnähe, so etwas in der Art. Seine Begehrlichkeiten (siehe Falter 19/14) sind vom Tisch, entfachten aber eine zünftige Debatte.

Nach öffentlichen Diskussionen mit Expertenbegleitung hat Kulturstadträtin Lisa Rücker (Grüne) die Verbesserungsvorschläge nun in einem Änderungskatalog gebündelt. Er liest sich wacker: So sollen etwa bauliche Maßnahmen im Erdgeschoß die Hermetik des Gebäudes entschärfen, ein Open Space für unterschiedliche Veranstaltungsformate wird entstehen, die lokale Kunstszene soll hereingewinkt werden und die Vermittlung muss, wie das so schön heißt, bürgernäher werden. Und so weiter. Auch der Tourismus sei gefordert: Wer Graz besucht, soll erfahren, dass die blaue Blase nicht nur als Fotomotiv etwas taugt, sondern tatsächlich ein Innenleben hat. Mitnichten aber soll gerade gebogen werden, was krumm ist: "Verstärktes Aufgreifen gesellschaftlicher Bruchlinien mittels Kunst", heißt das im Papier. Es wird also nicht daran gerüttelt, dass das Kunsthaus ein Schuppen für zeitgenössische Kunst ist.

Kein Schmäh: Bei den Verantwortlichen scheint Einigkeit zu herrschen. Laut Rücker sei Nagl mit im Boot. Auch Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP), so heißt es aus seinem Büro, ist Veränderungen gegenüber offen. Und die Kunsthaus-Verantwortlichen hatten ohnehin einige der Forderungen bereits zuvor eigeninitiativ in Angriff genommen. Damit die Veranstaltungsreihe "Wirbel in der Bubble" künftig wieder jenen vorbehalten ist, für die sie konzipiert wurde -Kindern ab vier Jahren.


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