Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Tannenzäpfle

Ein Bier setzt auf Szene, Regionalität und Charity

Stadtleben | MS | aus FALTER 07/15 vom 11.02.2015

Tannenzäpfle von der deutschen Brauerei Rothaus ist in den Wiener Szenelokalen eingetroffen. Martialisch schaut das 0,33-Liter-Format aus. Eine mit Tracht bekleidete Dame reckt uns mit strahlendem Lächeln zwei Biere entgegen. Da passt der simple grafische Stil, bei dem alles mit einem dicken schwarzen Trauerrand versehen ist. Wenn ein Unternehmen schon seit dem späten 18. Jahrhundert erfolgreich seine Biere verkauft, dann hält man wohl an Althergebrachtem fest.

Warum das Bier Tannenzäpfle heißt? Nein, es wurde nicht mit Tannenaromen versetzt. Die Badische Staatsbrauerei Rothaus liegt im Hochschwarzwald und rühmt sich damit, die höchstgelegene Brauerei Deutschlands zu sein. Der Wald ist also Programm, und das musste wohl auf diesem besonderen Bier abgebildet werden. Es ist ein Pils mit einem Alkoholgehalt von 5,1 und einer Stammwürze von 12,4 Prozent, schmeckt komplex und läuft gediegen die Gurgel runter. Es ist kein Bier, mit dem man einen Abend verbringen möchte. Eine nette Abwechslung ist es allemal.

Rothaus setzt auf Regionalität: Das Braumalz wird aus der Sommergerste hergestellt, die in Baden-Württemberg und den angrenzenden Bundesländern wächst und der Hopfen stammt ausnahmslos, so heißt es, aus Tettnang und der Hallertau. Das Anbaugebiet rund um den Bodensee kommt hier also voll zur Geltung. Man setzt auch auf soziales Engagement: Dem Kompetenzzentrum für Autismus Südbaden wurde gespendet. Alkoholkonsum goes Charity. Mmh.


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