Darf man ein Kind würdevoll schlagen?

Der Papst sagt Ja. Der Kinderpsychiater erklärt, warum er das sagt. Ein Gespräch mit Paulus Hochgatterer über die Notwendigkeit des Gewalttabus

Stadtleben | GESPRÄCH: BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 07/15 vom 11.02.2015


Papst Franziskus, damals noch Jorge Mario Bergoglio: Ob er möglicherweise selbst auch geschlagen wurde? (Foto: AP/picturedesk.com)

Papst Franziskus, damals noch Jorge Mario Bergoglio: Ob er möglicherweise selbst auch geschlagen wurde? (Foto: AP/picturedesk.com)

Vergangene Woche gab Papst Franziskus bei der allwöchentlichen Generalaudienz, bei der es um die Rolle der Väter ging, eine Anekdote zum Besten: Ein Mann habe ihm erzählt, er müsse seine Kinder „manchmal ein bisschen schlagen, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu demütigen“. Die Antwort des Papstes: „Wie schön.“ Denn: Der Vater wisse um den Sinn der Würde. Papst Franziskus hält das Schlagen von Kindern also offenbar für in Ordnung, zumindest ließ er bislang nichts Gegenteiliges hören, und auch Vatikan-Vertreter Thomas Rosica verteidigt die Aussage. Überraschenderweise folgte daraufhin sogar Kritik aus den eigenen Reihen wie der Kinderschutzkommission des Vatikans. Auf diversen Social-Media-Plattformen wird seither das Thema Gewalt in der Kindererziehung diskutiert, wobei sich zeigt, dass immer noch vielen Eltern die Hand ausrutscht. Ein Gespräch mit dem Kinderpsychiater und Schriftsteller Paulus Hochgatterer über den Papst, elterliche Gewalt und deren Folgen und über Gewaltprävention.

Falter: Herr Hochgatterer, was hat die Aussage von Papst Franziskus in Ihnen als Kinderpsychiater ausgelöst?


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