Tanz aus der Gefahrenzone

Der extreme Choreograf Wim Vandekeybus und sein ungewöhnliches neues Stück "Talk to the Demon"

PORTRÄT: VERONIKA KRENN | Feuilleton | aus FALTER 07/15 vom 11.02.2015

Der belgische Choreograf Wim Vandekeybus ist für riskanten, adrenalingetränkten Tanz bekannt. Und dafür, dass er in seinen Stücken Abgründe erforscht. Das gilt auch für die jüngste Arbeit, "Talk to the Demon", in der es um eine Versöhnung der guten und bösen Anteile in der menschlichen Existenz geht.

Dass dabei, als "Architekten" des Abends, auch Kinder auf der Bühne sind, bedeutet nicht, dass es diesmal sanft und beschaulich wird. Die Kinder stellen das Publikum zur Rede, manipulieren die Erwachsenen und haben sie - auch im wörtlichen Sinn - am Gängelband.

"Die Kinder in dem Stück sind so etwas wie die Dämonen der Erwachsenen", erklärt Vandekeybus. "Die Erwachsenen wiederum sind gefordert, Dinge infrage zu stellen, sich wie Kinder zu wundern und nicht alles als gegeben vorauszusetzen."

Gleich die erste Arbeit von Vandekeybus und seiner Compagnie Ultima Vez (spanisch für "das letzte Mal") erregte 1987 schlagartig Aufsehen und begründete seinen Ruf: In "What the Body Does Not

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