Stadtrand Urbanismuskolumne

Pollpfosten: Je voller, desto Poller

Stadtleben | aus FALTER 07/15 vom 11.02.2015

Von allen Wiener Stadtmöbeln ist der Poller wahrscheinlich das meistverbreitete. Und womöglich sind die Pfosten auch der unbeliebteste Einrichtungsgegenstand im öffentlichen Raum; zumindest wenn man zu jenen rücksichtslosen Autobesitzern gehört, die nur kurz einmal wo parken müssen. Also dort, wo Parken eigentlich verboten ist. Je voller die Stadt, desto Poller. Es gibt -oft im Bereich von Öffi-Stationen, in sehr engen Gassen oder vor Schulen -in Wien regelrechte Pollerparaden. Poller sind Mahnmale gegen Dummheit und Ignoranz.

Denn wenn irgendwo ein Auto halbert auf dem Gehsteig steht, behindert das nicht nur Menschen mit Kinderwagen oder Rollstühlen. Straßenbahnen müssen stehen bleiben, Einsatzfahrzeuge kommen nicht weiter. Genau darum pollert's in Wien immer öfter.

Mancherorts stehen die dunkelgrün lackierten Stahlpfosten so dicht beieinander, dass sich selbst Passanten nur schwer zwischen zwei Exemplaren durchzwängen können - womöglich kippt die Situation ja bereits: Poller schützen Autofahrerinnen vor Passanten? F


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