Bobo gegen Auto

Wer die Probleme der SPÖ vor der Wien-Wahl verstehen will, muss nur die Bezirkschefs in Mariahilf und der Donaustadt besuchen. Sie müssen die SPÖ zugleich vor den Blauen und den Grünen retten. Geht das gut?

Politik | REPORTAGE: WOLFGANG ZWANDER | aus FALTER 07/15 vom 11.02.2015


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Wer den 22. Wiener Bezirk begreifen will, der muss bis nach Niederösterreich fahren. Natürlich mit dem Auto. Kommt man vom Zentrum über die Reichsbrücke, biegt man direkt nach der Alten Donau in die Erzherzog-Karl-Straße. Vorbei am Löwen von Aspern, wird die Erzherzog-Karl-Straße zur Großenzersdorfer Straße, die dann irgendwann Eßlinger Hauptstraße heißt. Man fährt und fährt und fährt, vorbei an chinesischen und italienischen Restaurants, Wohnblöcken und Einfamilienhäusern, Fabrikshallen und Gärtnereien; die Donaustadt, flächenmäßig ein Viertel von Wien, ist Autofahrerland.

Plötzlich ist man in Niederösterreich. An einem Kreisverkehr, 200 Meter hinter der Stadtgrenze, leuchtet im Dunkel der Nacht eine Jet-Tankstelle. Hier treffen sich am Wochenende Jugendliche mit ihren Autos, die meisten mit Wiener Kennzeichen. Blitzende Felgen, getunter Motor, tief gelegte Bodenplatte, im Kofferraum ein Basswürfel, der mit House-Musik gefüttert wird. Junge Männer, zwischen 16 und 25 Jahre alt, ein paar haben ihre Freundinnen dabei; sie rauchen an der Tankstelle Wasserpfeife, trinken, freuen sich auf die Spätaufführung im Autokino, das gleich ums Eck wartet.


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