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Ernährungsideologien und Anleitung zum Genuss

Feuilleton | aus FALTER 08/15 vom 18.02.2015

Gelassen essen war gestern. Heute dominieren beim Füllen des Magens die Schuldgefühle, die in einer individuellen Überforderung münden, meint die Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler. Gemeinsam mit einem Absolutsetzen von Gesundheit macht dieser Stress Konsumenten anfällig für vereinfachende Essideologien und kulinarische Heilsversprechen.

Um dieses Phänomen zu verstehen, rollt Rützler die Geschichte der Ernährung von Hippokrates an über den Vitaminglauben der Nazis und die Erfindung des Functional Food der 1990er-Jahre bis zur derzeitigen Steinzeitmode und dem Veganismus mit seiner impliziten Ablehnung der Natur auf. Sie macht philosophische Abstecher zu Robert Pfaller, Konrad Paul Liessmann und Nietzsches "großer Göttin Gesundheit". Zur Idee des guten Lebens gehören für Rützler Ambivalenzen und Widersprüche - und natürlich Genuss. Eine Lektüre, die Appetit macht. KB

Hanni Rützler, Wolfgang Reiter: Muss denn Essen Sünde sein? Orientierung im Dschungel der Ernährungsideologien.

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