"Scannen Sie Ihre Mitspieler erst im Saal"

Wie viel sind meine Daten wert? Die Multimedia-Performance "Anonymous P." macht aus dem Theater eine Hackerzentrale

Feuilleton | Vorbericht: Sara Schausberger | aus FALTER 08/15 vom 18.02.2015

Hat Artemis einen Hang zum Fremdgehen? Gibt Otis übermäßig viel Geld für Kleidung aus? Ist die Person, die Sie gerade scannen, politisch? Ist ein Kreditkartenrate fällig oder gibt es in Ihrer Familiengeschichte Diabetes?

Bevor es bei der Multimedia-Performance "Anonymous P." in den Saal geht, müssen sich Besucher mit dem Smartphone einloggen und ihre eigene Spieleridentität inklusive persönlichem QR-Code abholen. Sie werden zu Artemis, Dionysus oder Elvis, zur Treuhandhändlerin oder zum Tischler, und sie werden dazu aufgefordert, die anderen Mitspieler anhand ihrer QR-Codes zu scannen und Fragen über sie zu beantworten.

Je länger das Einlassszenario dauert, desto gelöster wird die Stimmung. Elvis scannt Dionysus, die Treuhandhändlerin das Krokodil, und das Krokodil scannt Oskar. Wie viel sind unsere Daten am Ende wert? Eine "interaktive Hackerzentrale" nennen der Videokünstler Chris Kondek und die Publizistin Christiane Kühl ihr Stück.

Die Inszenierung ist Performance, Installation


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