Film Neu im Kino

Spuk &Geschichtstrauma: "Frau in Schwarz 2"

Lexikon | Dr. Robnik | aus FALTER 08/15 vom 18.02.2015

Es fängt gut an, mit viel Übel, zumal in Überlagerung: Über dem Schwarzbild repetitives Rumpeln, das an Dachbodengeister gemahnt; Aufblende und Titelinsert verorten uns dann in der Londoner U-Bahn, die 1941 als Luftschutzraum dient; was da rumpelt, sind Bombenabwürfe der Nazis. Eine für Gruselkino ergiebige Verbindung: Spuk und Geschichtstrauma, medial bewährte Erzählformen in Sachen Vergangenheit, die nachlastet.

Hier haben alle ihre Gespenster: Die ins Moorinsel-Landhaus verschickten Kinder, darunter Kriegswaisen, plagt der Geist einer zwangspsychiatrierten Mutter; die Erzieherin leidet an Schuldvisionen, weil sie ihr Kind bei Geburt aufgegeben hat; der fesche Pilot hat Gewissensbisse als einziger Überlebender eines Air-Force-Absturzes. Attrappe eines Flugplatzes und Adoption im Dies- und Jenseits, Mann im Einsatz für Frauen, Frauen als Ersatz für Mütter, die abwesend oder verwest sind, ... Moment, das ist zu viel des Übels, zumal der Stereotype! Dazu häuft "Die Frau in Schwarz 2" Plotwirrnis und Actionhektik (Raufen mit Geistern: ein No-Go!). Von den Stärken von Teil 1 (Atmosphäre, Bildirritation, Daniel Radcliffe) bleibt nur Erinnerung.

Ab Fr in den Kinos


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