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Pressekolumne

Medien | Barbara Tóth | aus FALTER 08/15 vom 18.02.2015

Der Kinostart der Verfilmung von "Fifty Shades of Grey" gibt politischen Nachrichtenmagazinen wie profil endlich wieder die Gelegenheit, ein bißchen Soft-Porno-Asthetik aufs Cover zu hieven. In dem Fall entschied sich die Redaktion -ich vermute, nicht deren weiblicher Teil - für die leicht unscharfe Abbildung einer gesichtslosen Frau von hinten, die Hände am Rücken, mit Handschellen gefesselt. "Brauchen Frauen eine strenge Hand?" fragte profil dazu und titelt "Die Lust an der Unterwerfung".

Die Geschichte im Blattinneren erklärt mir aber, dass Frauen, die auf Unterwerfungsphantasien stehen, Regisseurinnen ihrer Lust sind, also Macht haben. Zwei BDSM-Anhängerinnen betonen, "freie selbstbestimmte Frauen" zu sein, die ein "absolut emanzipiertes Leben führen". Das entspricht nur so gar nicht der Covergestaltung. Journalisten nennen das eine klassische Text-Bild-Schere, in dem Fall sogar eine Text-Cover-Schere. Feministinnen würden sagen: Mieser Schmafu.


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