Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Terrorprozess, Tag 2: "Hilfsbereitschaft heißt bei uns Dschihad"

Politik | Franziska Tschinderle | aus FALTER 08/15 vom 18.02.2015

Die zweite Verhandlungsrunde im Prozess gegen den mutmaßlichen Dschihadisten Magomed Z. begann mit einem Definitionsproblem. "Für mich bedeutet Dschihad, anderen Menschen zu helfen", erklärte der von maskierten Sicherheitsmännern umringte 30-Jährige der Richterin. Der Angeklagte bleibt bei seiner Version: "Ich bin kein Terrorist, ich will, dass das hier endlich vorbei ist!"

Neue Zeugen, die kurz vor der Verhandlung in Tschetschenien einvernommen wurden, belasten ihn: Z. habe mit ihnen eine Kampfausbildung in Syrien erhalten. Ein durch Videokonferenz zugeschalteter weiterer Zeuge kontert: "Z. ist kein Islam-Fanatiker. Er ist doch halb blind! Ich habe gesehen, wie er Lebensmittel verteilt hat und karitativ tätig war." Jetzt wurde die Anklageschrift geändert: Nicht dem IS, sondern einem anderen "noch festzustellenden radikalislamistischen Terrornetzwerk" soll sich Z. angeschlossen haben. Das macht die Beweisführung nicht einfacher.


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