Habsburgs schmutziger Weltkrieg

Österreichs Kriegsführung im Ersten Weltkrieg wird bis heute verniedlicht. Das ist grundfalsch

Politik | Rezension: Thomas Leitner | aus FALTER 08/15 vom 18.02.2015

Ein Historikerteam brachte gegen Ende des Gedenkjahres 2014 einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des Ersten Weltkriegs heraus. Wichtig deshalb, weil er Lücken schließt.

Der Erste Weltkrieg wird in dem Werk "Habsburgs schmutziger Krieg" als erste Katastrophe des 20. Jahrhunderts in den Blickpunkt gerückt: Die Dämme der Humanität und Zivilisation brachen in einer Weise, dass die Welle der Barbarei sich danach nicht mehr bändigen ließ. Zwei der Autoren, Hannes Leidinger und Veronika Moritz, haben zuvor bereits beim "Schwarzbuch der Habsburger" zusammengearbeitet.

Der späte Veröffentlichungszeitpunkt des Werkes hat Vorteile: So werden neueste Vorgängerpublikationen bereits eingearbeitet und repliziert, manche Thesen ohne Polemik, aber doch in aller Deutlichkeit, zurechtgerückt (etwa Clarks These der "geteilten Kriegsschuld").

Der ausführliche Anmerkungsteil und die selbstreflektierend-methodische Einleitung lassen zunächst wissenschaftliches "Trockenfutter" erwarten. Doch den Autoren


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