Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Dinkel Malz Radler

Es ist kein Malzbier, das die Sinne verwirrt

Stadtleben | MS | aus FALTER 08/15 vom 18.02.2015

Für Malzbier muss man entsprechend geprägt worden sein, um ihm etwas abgewinnen zu können. Das kommt vermutlich daher, dass das Erscheinungsbild sehr an Bierformate erinnert und der Geschmack im Vergleich zum hopfigen Bier ekelhaft süß daherkommt. Wer das Sortiment des Riedenburger Brauhauses kennt, dem werden nun höchstwahrscheinlich Tränen in die Augen steigen, warum man hier nun ausgerechnet auf das hauseigene Malzbier verweist.

Das nördlich von München gelegene Unternehmen ist bereits seit Ende der 1980er-Jahre auf ökologische Ingredienzien ausgerichtet, das von India Pale Ale (Dolden Sud) bis zu Urkorn-Spezialitäten (Emmer, Einkorn, Dinkel) einige Spezialitäten vorzuweisen hat. Aber es geht auch manchmal ohne Alkohol, man muss nur darauf gefasst sein. Der Hersteller bezeichnet es als "wohltuendes Wellness-Getränk", was dem ganzen leider eine unsympathische Note verleiht.

Noch dazu kommt die Trendgetreidesorte Dinkel zum Einsatz. Gesüßt ist der Ausgangstrunk mit Agave, und das nicht zu knapp. Es empfiehlt sich, ihn mit Mineralwasser zu verlängern oder gleich auf den Dinkel-Malz- Radler zu setzen, der erfrischt und angenehm anders schmeckt als herkömmliche Limonaden. Gemischt wurde mit herber Zitronenlimo, und auch die Aufmachung wirkt so, als hätte man es nicht mit einem Bier-Derivat zu tun. Da kommt der Kopf nicht durcheinander, weder durch den fehlenden Alkohol noch durch die gestalterische Distanz zum Bier. Das ist schon etwas.


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