Literatur Tipps

Die Freundin ist weg, ein Flusspferd spendet Trost

Lexikon | SF | aus FALTER 08/15 vom 18.02.2015

Im dreiundzwanzigsten Jahr meiner Pilgerreise auf dieser Erde trottete ich durch die große Stadt, trübselig wie ein Kind, das seine Uhr verloren hat. Ich suchte etwas, das die Lücke füllen sollte, und fand nichts." Julian heißt der junge Held von der traurigen Gestalt und Ich-Erzähler von Arno Geigers neuem Roman "Selbstporträt mit Flusspferd". Zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt trifft Geiger die häufig wechselnden Stimmen seiner Hauptfigur, die von der Freundin verlassen wurde und nun ein Zwergflusspferd hüten muss, gut. Der große Coup des Romans ist aber, dass er dem Impuls widersteht, Julian aus der Position des Älteren heraus zu belächeln oder gar zu bemitleiden. Er begegnet ihm auf Augenhöhe. Buchpräsentation mit einer Lesung aus dem Roman und anschließendem Gespräch des Autors mit der Literaturkriterin Daniela Strigl.

Akademietheater, Mo 20.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige