Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 08/15 vom 18.02.2015

Die Praktikantenwoche brachte in den vergangenen Tagen gehörig Unruhe in die Falter-Redaktion. Vier junge Schüler waren gekommen. Annika Schubert, Emilia Schrögendorfer und Nikhil Sacher - drei wirklich fleißige Bienchen. Nur Nummer vier war ein frecher Lümmel.

Ungeniert besetzte er sofort den freien Stuhl von Christopher Wurmdobler, ohne dass ihm jemand den Platz zugewiesen hätte. Er kritzelte ungefragt in Wurmdoblers Blöcken herum, und es dauerte nicht lange, da hatte sich der Bursche auch in Wurmes Computer gehackt. Zu allem Überfluss äffte er auch bald die Stimme und das Gehabe des Stadtleben-Chefs nach - als wollte er ihn verhöhnen. Was glaubte der junge Mann überhaupt, wer er war!?

Die Kunde machte sich erst langsam über Flurfunk breit. Hinter dem frechen Wurmdobler-Imitator steckte niemand Geringerer als Christopher Wurmdobler. Der Schalk hatte sich bloß den Bart abrasiert, ohne es jemandem zu verraten.

Das hat die Redaktion gleich noch mehr irritiert. Nicht nur, weil Wurmdobler plötzlich um 30 Jahre jünger wirkt (er sieht jetzt aus wie 35), sondern weil er und sein Bart über Monate - wenn nicht Jahre - hinweg, so etwas wie ein unzertrennliches Duo waren. Sie passten zusammen wie Romeo zu Julia. Wie Bonnie zu Clyde. Wie Tristan zu Isolde.

Obwohl die drei Paare erlebten auch nicht wirklich ein Happy End. Die Rasur war also wohl unvermeidlich. Aber irgendwie hofft man trotzdem, dass die beiden irgendwann wieder zusammenkommen.


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