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Österreicherbeschreiber und Verdichtungsmeister

Lexikon | SF | aus FALTER 09/15 vom 25.02.2015

"Ich bin kein marktgerechter Autor", sagt Bernhard Strobel. Wie er es sagt, wirkt es weder wie eine Entschuldigung noch wie Koketterie. Es handelt sich um eine schlichte Feststellung. In den literarischen Mainstream-Express will und kann der 1982 in Wien geborene und zwischen Wien und dem Burgenland pendelnde Autor nicht einsteigen. Beharrlich ignoriert er, dass Leser wie Verlage angeblich nur nach Romanen lechzen, legt mit "Ein dünner Faden" dafür schon seinen dritten Band mit großartigen Kurzgeschichten vor. Und langsam spricht sich rum, dass gerade in der Verdichtung der Reiz von Strobels Prosa liegt. Seine Schilderungen weitgehend sprachloser Menschen in trostlosen Provinzlandschaften sind Österreicherbeschreibungskunst vom Besten. Buchpräsentation mit einer Lesung und einem Autorengespräch mit Sebastian Fasthuber.

Literaturhaus, Do 19.00


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