Stadtrand Urbanismuskolumne

Wer rauffährt, kann auch runterschauen

Stadtleben | aus FALTER 09/15 vom 25.02.2015

Wien hat eine neue temporäre Attraktion: Für alle, die zu ungeschickt oder zu faul zum Schlittschuhlaufen sind, steht neben dem Wiener Eistraum heuer erstmals der City-Skyliner, ein stählerner Aussichtsturm mit einer Passagierkapsel, die sich 70 Meter in die Höhe schraubt. Wer sieben Euro zahlt, hat ein paar Minuten lang einen tollen Blick über die Stadt und wird währenddessen mit unnützem Wissen über 150 Jahre Ringstraße zugetextet.

Zumindest die Aussicht auf Augenhöhe mit dem Rathausmann ist ein echtes Erlebnis, das sich erstaunlich viele Menschen geben. Wer keine Höhenangst hat und auch sonst schwindelfrei ist, kann die Reise mit dem Skyliner womöglich genießen, macht ein paar Selfies und schaut sich Wien von oben an. Außer die Sitznachbarin hat ein Kleinkind dabei, das ständig gegen die gewölbte Plexiglaswand hopst, lacht und sich freut. Nein. Bitte nicht. Das Plexizeug bricht sicher gleich! Hat der ganze Skyliner nicht grad bedenklich gewackelt? Aufhören! Nach ein paar fürchterlich langen Minuten ist die Kapsel wieder auf dem Rathausplatz zurück. Zum Glück.


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