Leiser Abgang auf der Skipiste

Der Tod des Wiener Komponisten Roland Kovac blieb zwei Jahre lang unbemerkt. Wie das?

Feuilleton | Spurensuche: Andreas Felber | aus FALTER 09/15 vom 25.02.2015

Seavus, Burschi, wie geht 's dir?" Mit diesem Satz, im leicht nasalen Schönbrunner Deutsch vorgetragen, begann einmal jährlich das obligate Telefonat. Roland Kovac war am Apparat. Er rief aus München an und gratulierte dem Wiener Jazzpublizisten Klaus Schulz zum Geburtstag. Bis im November 2013 der Anruf erstmals ausblieb. Im Jahr darauf ebenso.

Als Schulz seinen Freund zu erreichen versuchte, war die Leitung tot: Kein Anschluss unter dieser Nummer. Gemeinsame Bekannte wussten nichts über Kovacs Verbleib. War er gestorben? Dagegen sprach das Fehlen von Todesmeldungen oder Nachrufen in den Medien. Auf Kovacs Wikipedia-Seite steht bis heute nur sein Geburtstag.

Schließlich wurde die Ahnung auf skurrile Weise bestätigt: Im Internet fand sich in der Gesellschaftskolumne der Schweizer Weltwoche die Information über eine Society-Party im noblen Skiort St. Moritz: "Gesprächsthema war Roland Kovac, der Komponist, der seit Jahrzehnten eine Wohnung in St. Moritz hat und der auf der Piste neben


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