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Pressekolumne

Medien | Barbara Tóth | aus FALTER 09/15 vom 25.02.2015

Unter uns Journalisten gibt es ein geflügeltes Wort: "Recherchieren haut die G'schicht z'sam". Übersetzt heißt das: Geschichten klingen anfangs oft toller, als man glaubt und als sie - nachdem man sie ordentlich hinterfragt hat - tatsächlich sind. "Check, Re-Check, Double-Check" lautet deshalb eine einfache Regel unseres Metiers.

Heute-Redakteur Joachim Lielacher ist ein schönes Beispiel dafür. "Exekutor löst in Wien Dschihad-Alarm aus!" titelte er beherzt letzten Donnerstag. Maschinengewehr, Schwert und IS-Fahnen seien gefunden worden. Kein anderes Blatt brachte die vermeintliche Sensationsstory. Vielleicht auch, weil sich in der gestürmten Gemeindebauwohnung eines Chemielabortechnikers am Margaretengürtel letztlich nichts Dschihad-Verdächtiges fand. Nur eine Flagge mit arabischen Schriftzeichen. Heute schrieb tags darauf einfach noch einmal von der "Dschihad-Wohnung". Aber eine Zeitungsente bleibt eine Ente, auch wenn man sie nicht schlachtet.


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