Buch der Stunde

Von einem Staub, der den Horizont erweitern kann

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 09/15 vom 25.02.2015

Ich liebe meinen Vater, aber es fällt mir schwer, ihn zu bewundern." Der da spricht, heißt Paul, wird aber von den meisten Polo genannt. Er ist 14 Jahre alt und wächst in der für ihre Problemviertel bekannten Pariser Vorstadt auf. Dabei hat Polo die in seinem Alter ganz normalen Probleme: dass er sich meist allein und unverstanden fühlt, mit vielen Gleichaltrigen nichts anfangen kann und mit Mädchen gar nichts läuft. Außerdem schämt er sich für den Beruf seines Vaters, der als Putzfrau arbeitet.

Es braucht nur diesen kleinen Twist, um der typischen, schon hundert Mal gelesenen Geschichte vom Aufwachsen und der Pubertät in "Mein Vater ist Putzfrau" eine interessante neue Note zu verleihen. Denn der Job, mit dem sein Vater die Familie durchbringt, färbt stark auf das Leben seines Sohnes ab. Nachmittags greift er seinem Papa schon einmal unter die Arme und selbst zum Putzfetzen. Polo macht es nicht nur, weil er ein guter Bub ist, dem sein Vater leid tut, sondern weil er dadurch


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