Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (203)

Stadtleben | aus FALTER 09/15 vom 25.02.2015

Frau Ö. fragt, ob sie die von Urlauben übriggebliebenen Münzen einem Bettler in den Hut legen darf oder ob das einer Beleidigung gleichkommt.

Was denken Sie denn, was ein hiesiger Bettler mit Ihren generös gespendeten Baht-Münzen - oder schlimmer noch, mit Satang - vom letzten Thailandurlaub anfängt? Die spucken ja sogar die Tschick-Automaten wieder aus, und auch bei der Bank kann man Kleingeld nicht wechseln. Übrigens sind Münzsammlungen unter Bettlern nicht allzu verbreitet, falls Sie das meinen. Auch der Angeberfaktor unter Kumpels hält sich in Grenzen, und die Wahrscheinlichkeit, dass der von Ihnen Beschenkte jemals selbst nach Thailand kommt und sich dort dann was Schönes um Ihre paar Zerquetschten kaufen kann, dürfte wohl auch eher gegen null streben. Deshalb, werte Frau Ö: Wenn schenken, dann so schenken, dass es dem Beschenkten etwas bringt!

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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