Wellnessmantel auf giftigem Zwirn

Die Gruppenschau "Rare Earth" sieht gut aus, bietet aber wenig Substanzielles zu den Rohstoffen der digitalen Ära

Feuilleton | Kritik: Nicole Scheyerer | aus FALTER 09/15 vom 25.02.2015

Das wäre wirklich eine ganz andere Ausstellung, erklärte Francesca Habsburg letzte Woche in ihrem Kunstraum TBA 21 Augarten. "Es geht um Themen, die unsere globale Verantwortung reflektieren und nicht um Kunst um der Kunst willen", versprach die Kunstsammlerin.

Habsburgs Kunststiftung Thyssen-Bornemisza Art Contemporary zeichnet aus, dass sie neue Kunstwerke in Auftrag gibt und finanziert. Gleich zehn solcher "Commissions" wurden für die Gruppenschau "Rare Earth" bestellt.

Die angesprochene Materie hat es tatsächlich in sich: "Rare Earth" geht den 17 Elementen nach, die im Periodensystem als "Seltene Erden" klassifiziert werden. Ohne diese Industriemetalle wäre die Produktion von Handys, Computern oder Lasern unmöglich, aber ihre aufwendige Gewinnung schädigt die Umwelt und ihr globaler Markt bleibt undurchsichtig.

Die spannende Ausstellungsidee, die auf einen Schlag globale Probleme wie Rohstoffkonflikte, Ausbeutung, Ökologie und neue Medien erwischen soll, stammt von Boris Ondreicka.


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