Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 09/15 vom 25.02.2015

Die Band mit dem doofsten Namen lieferte die beste Vorstellung. Johann Sebastian Bass überraschten auf ORF 1 mit einem soulig vibrierenden Elektrokracher. Auch andere überzeugende Acts wie die Folkband Dawa machten deutlich, dass der ORF bei der diesjährigen Ausgabe der Song-Contest-Ausscheidung den Formatpop links liegen lässt. Nur die Moderatorin Mirjam Weichselbraun ließ keine rechte Aufbruchsstimmung aufkommen.

Die Innsbruckerin wirkt in großen TV-Shows immer ein wenig so, als hätte sie sich das Ballkleid ihrer Mutter ausgeborgt und deren Friseur besucht. Auf dem Weg vom quirligen MTV-Girl zur souveränen Zeremonienmeisterin hat Weichselbraun einige Stationen übersprungen. Vielleicht nervt an ihr auch nur, dass sie überall aufpoppt - vom Opernball bis zur Käsewerbung, von der TV-Romanze bis zu Shows wie den "Dancing Stars". Bei so viel Powerplay seufzt der Medienkonsument: Legt doch einmal eine andere Platte auf.


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