Enthusiasmuskolumne Diesmal: der beste Familienfilm der Welt der Woche

Das kindliche Recht auf Trash

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 09/15 vom 25.02.2015

Als Erziehungsberechtigter muss man ständig Entscheidungen treffen. Eine der wichtigeren ist: Kriegen die Kinder nur ausgewählte, pädagogisch wertvolle DVDs präsentiert - oder dürfen sie sich jeden Mist im Fernsehen ansehen? Als ehemaligem TV-Junkie fällt einem die Entscheidung nicht schwer.

Natürlich haben Kinder ein Recht darauf, die Trash-Comicserien zu sehen, die im Kindergarten und in der Schule Gesprächsstoff sind. Solang man sie damit nicht allein lässt, richtet das Zeug keinen Schaden an. Oft macht es einem sogar selber Spaß. Womit wir bei SpongeBob wären, dem so einfältigen wie gutgläubigen Helden der gleichnamigen TV-Serie. Die Abenteuer des gelben Schwamms und der anderen Meeresbewohner von Bikini Bottom kreisen um den Krabbenburger - Hotspot "Krosse Krabbe", wo SpongeBob als Burgerbrater am Grill steht. Besonders die Darstellungen der Arbeitswelt mit all ihren Zumutungen und wie der Titelheld diesen doch immer etwas Positives abgewinnt, bringen auch Erwachsene zum Lachen. Im zweiten Kinoabenteuer von SpongeBob versucht Minibösewicht Plankton wieder einmal, dem profitsüchtigen Restaurantbetreiber Mr. Krabs die gut gehütete Geheimrezeptur des Krabbenburgers abzuluchsen. Diesmal gelingt es ihm. Die "Krosse Krabbe" und Bikini Bottom - man möchte fast sagen: die westliche Zivilisation mit all ihren Errungenschaften -ist in Gefahr.

Als stärkster Widersacher entpuppt sich in dem Durcheinander allerdings ein Mensch. Den als Imbissbudenbetreiber gestrandeten Piraten legt Antonio Banderas schön würdelos an. Er weiß, mit Schauspielkunst kommt man gegen SpongeBob & Co nicht weit. Als Erziehungsberechtigter möchte man ergänzen: Widerstand gegen den Gelben ist sowieso zwecklos.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige