Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 10/15 vom 04.03.2015

Am letzten Samstag heiratete der Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder seine Braut Nina Lerchner. Die Trauung fand am Arbeitsplatz des Kulturmanagers statt, dem ehemaligen Palais des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen. Die Festgemeinde versammelte sich im Musensaal unter fünf prächtigen Kristalllustern. Marmor und Gold glänzten, als sich Schröder und seine ehemalige Fitnesstrainerin das Jawort gaben.

Bei den Hochzeiten in der Ära des Herzogs Albert wurden am Ende des Festes Dukaten an die Armen verteilt. Heute werfen die Armen die Dukaten dem Musenfürst zu. Das Volk zahlt jährlich 266.000 Euro an Schröder, auf dass er Alberts Palais gut verwalte. Und es bezahlt die "Seitenblicke"-Kameras des ORF, damit es an dessen neofeudaler Selbstinszenierung aus der Ferne teilnehmen darf. Vor 100 Jahren wurden die Fürsten gestürzt, ihre Kunstschätze enteignet. Höchste Zeit, dass sich die Untertanen die Albrechtina wieder zurückholen.


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