Wien, wo es isst Kulinarischer Grätzel-Rundgang

Mahlerstraße: die zentrale Nebenstraße


LOKALAUGENSCHEIN: FLORIAN HOLZER
Stadtleben | aus FALTER 10/15 vom 04.03.2015

Die Mahlerstraße ist seltsam. Trotz unbedingter Opern-Nähe doch irgendwie hintaus, trotz unmittelbarer Nachbarschaft von Top-Hotels und Nobel-Shoppingcentern ein bisschen abgerockt. Komische Adresse auch für Lokale, hohe Fluktuation, interessante Chroniken.

Bizarres und Klassiker Etwa das Lokal Ecke Mahlerstraße/Kärntner Straße, in dem früher das Café Sirk war, eine wirklich gute Adresse, ein Ort, an dem man gesehen werden wollte. Wurde in den 1990ern aber in die Bedeutungslosigkeit gewirtschaftet, machte 2007 dann zu, war eine Zeitlang ein Handyshop und ist jetzt eines der absurdesten Lokale der Stadt: das Fashion TV Café, eine riesige Lounge mit der Anmutung eines Kinocenterlokals, grauer Samt, Geruch von Popcorn und rundum riesige Screens, auf denen Laufstegvideos laufen. Bizarr.

Gleich dahinter der nächste Problemfall, nämlich das Restaurant des Hotels Bristol. Das 1984 unter Reinhard Gerer als "Korso bei der Oper" aufmachte und über Jahre mit dem Steirereck um den Spitzenplatz

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