Das Theater als Spiegelei der Gesellschaft

Eine Backstage-Komödie als Gesellschaftsparabel: "Das Reich der Tiere" von Roland Schimmelpfennig im Akademietheater

Feuilleton | THEATERKRITIK: WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 10/15 vom 04.03.2015

Als Schauspieler ist man ja einiges gewohnt, aber die Rolle, die ihm jetzt angeboten wurde, geht Peter dann doch zu weit. "Das Spiegelei mache ich nicht!"

Derzeit ist Peter als Löwe in einem Stück namens "Im Reich der Tiere" engagiert. Die im Stil von Disneys "König der Löwen" gehaltene Fabel steht seit sechs Jahren en suite auf dem Spielplan, mindestens sechs Mal die Woche. So ungefähr stellt man sich die Hölle für Schauspieler vor. Noch schlimmer ist nur die Vorstellung, gar kein Engagement mehr zu kriegen.

Entsprechend groß ist die Verunsicherung im Ensemble, seit bekannt wurde, dass ihr Stück abgesetzt und durch das neue Werk "Der Garten der Dinge" ersetzt werden soll. Statt Zebra und Löwe, Antilope und Marabu sollen sie darin ein Toastbrot und eine Ketchupflasche, eine Pfeffermühle und, ja, auch ein Spiegelei mimen.

Roland Schimmelpfennigs Backstage-Komödie "Das Reich der Tiere" ist eine originell verpackte, inhaltlich aber recht dünne Parabel auf eine Erwerbsgesellschaft,


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