Im Dunkel der Geschichte

Das Wien Museum widerlegt in einer klugen Ausstellung die Klischees über Roma und Sinti

Feuilleton | BESPRECHUNG: JOHANNA LINDNER | aus FALTER 10/15 vom 04.03.2015

Selbstbewusst und ein wenig herausfordernd blickt Barka Emini vom Plakat der Ausstellung "Romane Thana. Orte der Roma und Sinti", die derzeit im Wien Museum zu sehen ist. Hinter Emini tut sich eine Straßenschlucht auf, gekreuzt von einer rot-weißen Garnitur der Straßenbahnlinie 6, unverkennbar wurde dieses Foto in Wien aufgenommen.

Heimatlosigkeit und Nomadismus sind zwei der hartnäckigsten Klischees, die Roma und Sinti bis heute entgegengebracht werden. Obwohl der Großteil von ihnen seit Jahrhunderten sesshaft und in verschiedenen Regionen Europas zu Hause ist, werden sie bis heute oft als Fremde angesehen; immer noch sind sie von Ausgrenzung und Stigmatisierung betroffen.

Die tief verwurzelten, stereotypen Vorstellungen vom Leben der Roma und Sinti sind dabei teils von verklärter Romantik, teils von Misstrauen und Verachtung geprägt. Dass solche Klischees mit den aktuellen Lebensrealitäten dieser Menschen nichts zu tun haben, zeigt die Ausstellung im Wien Museum, deren Leitmotiv


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige