Wie starb Rachat Alijew? Eine Suche nach Fakten im Informationskrieg

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 10/15 vom 04.03.2015

Im Café Landtmann haben am Montag die Anwälte von Rachat Alijew Platz genommen, Manfred Ainedter mit seinem Sohn Klaus. Daneben der Advokat Otto Dietrich. Sie sitzen vor einem großen Foto des in seiner Gefängniszelle verstorbenen Mordverdächtigen, der einst kasachischer Botschafter in Wien war, und verteilen per USB-Stick Fotos, Videos und E-Mails des gegnerischen Anwalts Gabriel Lansky. Dann sagt Ainedter: "Wir können nicht sagen, es wäre Mord. Das wäre unseriös. Aber es war sicher auch nicht Selbstmord."

Wie also starb Alijew? Fand man wirklich "Gift im Blut", wie Österreich zuspitzte? Oder war es ein "Betäubungsmittel", wie der ORF spekulierte? Oder nur ein paar Spuren von Barbituraten? Die Medien ganselten sich letzte Woche fast stündlich auf. Doch Vorsicht ist geboten.

Wie also ist die Sachlage? Vergangenen Dienstag um 7.20 Uhr wurde der Leichnam Alijews im Nassraum der Zelle Z5/10 gefunden, der Kopf in eine Mullbinde gehängt, die an einem Handtuchhaken fixiert war. Die


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