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IT-Kolumne

Medien | ANNA GOLDENBERG | aus FALTER 10/15 vom 04.03.2015

Die Damen, genug über das eigene Aussehen gejammert. Das findet zumindest Dove, die Hygieneartikelmarke, und startete deshalb eine Twitter- Kampagne. Wenn etwa eine junge Frau tweetet, dass sie ihre ungeliebten Haare färben will, kommt von @Dove jetzt eine positive Antwort. Übersetzt: "Veränderung ist lustig, aber wir finden dein Haar toll, so wie es ist. #SpeakBeautiful"

Die Vorstellung einer sprechenden Seife finde ich nicht schlecht, wenn es bei einem knappen "Guten Morgen" bleibt. Ansonsten ist diese Kampagne abstoßend. Erstens werden Schönheitsideale nur erweitert, nicht abgeschafft. Dove hinterfragt nicht, warum viele Frauen mit ihrem Aussehen unzufrieden sind. Zweitens, dass Hygieneartikel in intimen Körperregionen agieren, qualifiziert sie keineswegs als Vertrauenspersonen, die gute Ratschläge geben. Also bitte raus aus dem Twitter-Feed. Und drittens tut mir die Person, die die Tweets verfassen muss, leid. Ich war auch einmal Praktikantin.


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