Ski Glosse

Jo, es is abartig! Die artigen Kommentare des Marcel H.

Stadtleben | aus FALTER 10/15 vom 04.03.2015

Manchen Menschen geht Marcel Hirscher gewiss auf die Nerven. Vor allem seinen Kollegen auf dem Riesenslalomhang. Wenn man sein Äußerstes gibt und im Ziel erschöpft sieht, dass einem der Kerl drei Sekunden abgenommen hat, kann man schon ärgerlich werden. Abstände in technischen Bewerben misst man sonst in Zehntel-oder Hundertstelsekunden, und nun kommt einer und erinnert an die Zeit des schwedischen Skikönigs Ingemar Stenmark. Bei dessen ruhiger Eleganz blieb dem Publikum ebenfalls der Mund offen, wenn er seinen Gegnern drei, vier Sekunden abnahm. Hirschers Stil ist moderner, also nervöser und hektischer. Den Winkel zum Hang, die Schräglage kriegt keiner so hin wie Marcel, der (mit Ausnahme der WM) auch den Meister in dieser Disziplin, Ted Ligety, matt aussehen lässt. Und dann kommentiert er sich selbst auch noch so: "Jo, es is abartig, es is voll schräg, aber geil!" Wer so souverän vorgibt, sich selbst nicht zu verstehen, den können alle mögen.


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