Theater Kritik

Will haben: eine biedere Gesellschaftsparabel

Lexikon | aus FALTER 10/15 vom 04.03.2015

Dass es bei der Erstaufführung von "Haben" im Volkstheater einen Skandal gab, kann man sich 70 Jahre später kaum noch vorstellen. Das vom österreichisch-ungarischen Autor Julius Hay (1900-1975) im sowjetischen Exil geschriebene, inzwischen vergessene Stück ist eine deftige, aber auch recht biedere Gesellschaftsparabel: In einem ungarischen Dorf vergiften die Frauen reihenweise ihre Männer; die Hebamme (eine schöne Rolle für Erni Mangold) fungiert als Giftmischerin. Jüngstes Opfer ist Großbauer Dávid (anrührend: Haymon Maria Buttinger), der noch in der Hochzeitsnacht vergiftet wird. Der ungarische Starregisseur Róbert Alföldi verlegt das Stück in die Gegenwart, was es aber nicht spannender macht. Ernüchternde Erkenntnis: Man muss nicht alles haben. WK Volkstheater, Di, Do 19.30


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