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Geschichten und Hits vom Ägypten-Freak

Lexikon | aus FALTER 10/15 vom 04.03.2015

Seine Tracks tragen Namen wie "Egypt, Egypt" oder "Livin on the Nile", und wo sich der kalifornische Produzent und Rapper Greg Broussard gerne hinträumt, braucht man auch sonst nicht lange zu erraten, hat er sein Lieblingsland doch in den Künstlernamen eingebaut: Egyptian Lover. Entstanden ist der schlicht durch die jugendliche Sehnsucht, seine Hood hinter sich zu lassen, und Ägypten war ein Land, das er aus der Schule kannte. Diese und andere feine Geschichten erzählte Broussard am Samstag bei seinem öffentlichen Talk mit Heinz Reich in der Grellen Forelle, bevor er dort ein kompaktes DJ-Set voll charakteristischer Beats aus der 808-Drum-Machine und oldschooliger Detroit-Electro-Ästhetiken spielte. Diesen erwies danach auch der jüngere Brite Space Dimension Controller alle Ehre; mit einem Hook aus "Freak-A-Holic" baute er einen der größten Hits des Egyptian Lover aus dem Jahr 1986 in sein Set ein: die Tanzfläche als Sehnsuchtsinsel, Zeitreisestation und Treffpunkt der Generationen.

VORSCHAU DONNERSTAG (5.3.): Texta und Blumentopf tun sich in der Arena als TNT zusammen und feiern danach im Roxy weiter. Das Label Soulection stellt sich in der Grellen Forelle mit funky Hip-Hop und souligem Step-Pop vor, und im Celeste ist Superprogramm: organischer Live-Techno von Stock Projects, davor herrliches Rauschen und elektronisches Knistern von unter anderem Piotr Cisak &Paweł Oleksiński.

FREITAG: Jim Coles alias Om Unit zeichnet für Vollkontakt in der Fluc Wanne seine Entwicklung vom dunklen Dubstep-Frickler zum hoch respektierten Jungle-Produzenten nach, Il Rampelotto verlegt im Club-U "Crisp Queer Sound", und Marc Houle vertritt in der Kantine seine Labels Minus und Items&Things, deren minimaler Technosound in Wien offenbar gerade wieder en vogue ist. In der Pratersauna startet eine Reihe namens Klubnacht, in der Grellen Forelle spielt das italienische Brüderduo Mind Against fein versponnenen Techno, und im Celeste gibt es von Dear-No oder Monophobe hübsches organisches Gefrickel.

SAMSTAG: Der Strom Club wird sieben und hat den tollen Katalanen John Talabot mit seinem organisch-krautigen Mix aus House und Disco in die Pratersauna geladen. Hip-Hop-Produzentenschwergewicht Just Blaze steigt im Cafe Leopold in den Ring, im Dual treffen sich die House-und Techno-Liebhaber des Club Becs, und mit Barem spielt in der Auslage ein weiterer Gesandter von Minus Records in der Stadt. seidler@falter.at


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