Es gibt Fleisch, Baby. Und Bier

Das lustigste Pop-up der Stadt bekam eine fixe Adresse und ist jetzt sesshaft


Lokalkritik: Florian Holzer
Stadtleben | aus FALTER 11/15 vom 11.03.2015


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Was denken sich die Menschen, die hier vorher Diebel’s Fasskeller machten, jetzt wohl? Und Centimeter IV, Ziegler Bräu und Kolar? Wahrscheinlich, dass sie zu früh dran waren. Oder dass damals alles anders war beziehungsweise man eben Pech hatte und einfach nicht so gehypt wurde. Denn irgendeinen Grund muss es ja schließlich dafür geben, dass ihre damals so öd waren und das jetzt eines der lustigsten, lässigsten, großartigsten, wunderbarsten Lokale ist, das Wien je hatte.

Ja, ich finde das neue The Brickmakers Ale & Cider House ganz, ganz, ganz, ganz großartig. Es ist ein Beweis dafür, wie wunderbar Lokale sein können, wenn man eine gute Idee hat, an deren Umsetzung hart arbeitet, weder Geld noch Mühe scheut, die richtigen Leute zusammenbringt und vor allem keine Angst davor hat, einmal was wirklich Gutes zu machen.

Also danke an Brian Patton, Petr Matusny und Christian Petz, die vor eineinhalb Jahren nach Texas reisten, um zu checken, wie die das dort machen mit dem BBQ. Und danke an Brian Patton, dass er dieses großartige Konzept nicht nur voriges Jahr beim Big Smoke am Donaukanal realisierte, sondern ihm auch noch eine zweite, permanente Chance gab. Und danke, dass er da jetzt aus dieser bis jetzt chancenlosen Bier-Hütte in der Zieglergasse ein großartiges Neo-Pub machte. Aus Holz, Beton und Ziegeln.

Und danke dafür, dass verdammt noch einmal an die 200 Craft Beers aus aller Welt ins Lager passten, und danke, danke, danke dafür, dass 30 (!!!) davon einen Zapfhahn bekamen und da jetzt in arg wunderschöne, dickwandige Gläser gezapft werden. Und danke an Peter Zinter, dem neuen Küchenchef an Bord, den eh superen Gourmet-Schnickschnack in Vincent und Motto am Fluss hinter sich gelassen zu haben und hier jetzt nach der wahrhaftigen Short Rib, dem wahrhaftigen Brisket zu forschen. Und danke dafür, in die USA gefahren zu sein, um zu sehen, wie die dort Rinder züchten, um fortan die Finger davon zu lassen. Und stattdessen Rinderbrust aus Australien drei Wochen zu pökeln und daraus ein ganz unglaublich gutes Pastrami zu machen, das nicht zu dünn zu schneiden und es fünf Zentimeter dick und lauwarm zwischen zwei Scheiben getoastetes Brot zu schichten, DANKE! (€ 13,90), Und danke für die geselchten Würste (€ 11,90). Und danke für die Mangalitza-Ripperln, an die ich jetzt ständig denken muss (€ 14,90). Und danke, danke, danke dafür, dass ihr sie mit Pulled Pork, diesem wahnwitzigen Brisket und diesem arg knusprig gebackenen Hendl auf dieser Brickmacker’s Platter mischt (€ 19,50). Und vor allem DANKE für diese Short Ribs. Danke, echt. So gut, so viel. So smoky beef, ahh (€ 27,90). Und für die Kohlsprossen und die Salatherzen mit Anchovis und diesen vegetarischen Zwiebel-Schafkäse-Kuchen. Danke, dass es das Brickmakers endlich gibt!

Resümee:

BRICKMAKERS! So wahnsinnig gut! Ahhhhhhhh! Craft Beer, BBQ, Zimtschnecke, Short Ribs, AAAHHHHHH!!!!

The Brickmakers Ale & Cider House
7., Zieglerg. 42
Mo–Fr 17–02, Sa, So 12–2 Uhr
www.brickmakers.at


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