Acht Jahre ohne Schwerkraft

Am Wiener Schauspielhaus geht die Direktion Andreas Beck zu Ende. Warum war sie so erfolgreich?

Feuilleton | Rückschau: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 11/15 vom 11.03.2015

Passender hätte der Titel des Eröffnungsstücks nicht sein können. Als der neue Direktor Andreas Beck im November 2007 seinen Dienst im Wiener Schauspielhaus antrat, stand ein Drama des damals unbekannten Ewald Palmetshofer auf dem Spielplan. Titel: "hamlet ist tot. keine schwerkraft".

Hamlet ist tot, das klang wie eine programmatische Ansage: Hamlet und all die anderen Helden des Theaterkanons haben hier nichts verloren. Das Schauspielhaus sollte sich unter Beck wieder ganz der zeitgenössischen Dramatik widmen - wie schon in den 1990er-Jahren, als hier der legendäre Grazer Werner Schwab seine ersten großen Auftritte hatte.

Glücksfall Palmetshofer

Während der damalige Intendant Hans Gratzer das Pech hatte, dass Schwab zuerst in Deutschland den großen Durchbruch schaffen musste, wurde Palmetshofers Talent auch in Wien gleich erkannt. "Da ging recht schnell eine Welle durch die Stadt, dass man das gesehen haben sollte", erinnert sich Beck. "Das war unser Glück, es hätte auch anders


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