"Ich bin ein Putinist, der verloren hat"

Gleb Pawlowski, Putins langjährige graue Eminenz im Kreml, über seinen Ex-Chef, die Ukraine-Krise und das russische System

Interview: Erich Klein, Armin Thurnher | Politik | aus FALTER 11/15 vom 11.03.2015

Vom Dissidenten über Putins Chefberater zurück zum Dissidenten. Zwölf Jahre lang beriet Gleb Pawlowski Putin. Mittlerweile ist er einer von Putins schärfsten Kritikern. Der Falter traf Pawlowski, in Wien als Gast des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen, im Café Prückel. Von Bruderküssen zur Begrüßung wurde abgesehen.

Falter: Wir stehen unter dem Eindruck des Attentats auf den Oppositionspolitiker Boris Nemzow.

Gleb Pawlowski: Nemzows Ermordung direkt neben Kreml und Rotem Platz war eine Erschießung, geradezu eine Hinrichtung; die gesellschaftliche Atmosphäre wird durch sie radikal verändert. Das Netz quillt über mit Hypothesen über den Mord. Das ist angenehm für die Machthaber, denn es gibt keinerlei Kriterien dafür, welche Hypothese richtig sein könnte.

Wie verändert sich die Atmosphäre?

Pawlowski: Die Hinrichtung eines prominenten Oppositionspolitikers vor den Mauern des Kreml hat auch deutlich gemacht, wie tief der rechtsstaatliche Zerfall in Russland geht.

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige