Am Apparat

Wieso schließen die Grünen Mitglieder aus, Herr Holub?

Telefonkolumne

Politik | Anruf: Wolfgang Zwander | aus FALTER 11/15 vom 11.03.2015

Das grüne Urgestein Reinhold Gasper sorgt für Ungemach bei den Klagenfurter Grünen. Der 76-Jährige war Gründungsmitglied der Vereinten Grünen Österreichs (VGÖ) und zog 1985 erstmals in den Klagenfurter Gemeinderat ein, wo er 30 Jahre saß. Für die kommende Wahl wurde er aber nur noch auf Listenplatz neun gewählt, was ihn so verärgerte, dass er sich von den Grünen zurückzog und zur Wahl des FPÖ-Bürgermeisters Christian Scheider aufrief. Die Ökos schlossen ihn daraufhin aus der Partei aus. Der Falter sprach mit Rolf Holub, dem Chef der Kärntner Grünen.

Herr Holub, was ist da in Klagenfurt los?

Leider haben sich hier ein paar Ereignisse zu einem unglücklichen Gesamtbild verknüpft. Mir tut es leid, dass wir nun einen langjährigen Mitstreiter auf eine so unvorteilhafte Weise verloren haben. Ein Parteiausschluss ist niemals eine erfreuliche Angelegenheit. Aber natürlich gibt es in jeder Bewegung gewisse Grenzen, deren Überschreitung nicht zugelassen werden kann. Eine Wahlempfehlung via Zeitungsinserat für einen FPÖ-Politiker ist mit der Grundhaltung der Grünen nicht vereinbar.

Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Die Klagenfurter Grünen sind einst aus zwei sehr starken Flügeln entstanden, die sich strukturell erst relativ spät zu einer Partei fusioniert haben. Zwischen den Grünen Studierenden einerseits und der VGÖ andererseit gab es über lange Zeit kulturelle Unterschiede, die sich aber mittlerweile so gut wie aufgelöst haben. Gasper sah das leider anders und erklärte sich sein Abschneiden auf Listenplatz neun mit diesen alten Diskussionen. Es liegt aber leider am Wesen von Wahlen, dass ihr Ergebnis für Einzelne hart sein kann.

Wie geht es nun weiter?

Aus meiner Sicht ist die Sache beendet. Gasper hat große Verdienste um die Partei, es gibt kein Nachtreten.


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