Prost!

Die grüne Aludose als Sinnbild für den Ökowahn

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Coca-Cola Life

Stadtleben | MS | aus FALTER 11/15 vom 11.03.2015

Jetzt ist schon viel Wasser die Donau hinabgeflossen, seit die Coca-Cola Company ihr jüngstes Produkt Life auf den Markt gebracht hat. Warum hört man nichts davon? Ist beim Hype um den Hauptbestandteil Stevia, der vor einigen Jahren herrschte, endgültig die Luft raus?

Als Stevia in der chemischen Zusammensetzung als Steviolglycoside im Jahr 2011 von der EU zugelassen wurde, herrschte helle Aufregung darüber, dass der Süßstoff nichts mehr mit seinem natürlichen Ursprung zu tun hätte und trotzdem damit geworben würde. Im Vergleich zu synthetischen Süßstoffen ist das Ausgangsprodukt aber immer noch natürlich. Es obwaltete vermutlich Frust, dass der EU-Handel von Stevia-Blättern als Lebensmittel nicht erlaubt wurde und somit der erhoffte archaische Umgang mit Süßkraft klandestin blieb. Stevia ist theoretisch sehr günstig für den menschlichen Organismus, wenn der Geschmack nicht so entsetzlich ungewohnt wäre. Es ist um ein Vielfaches süßer als Zucker und initiiert keinen Insulinaustoß. Diese Süße hat etwas Digitales an sich: eine Idee von süß ohne Substanz plus bitter.

Und um den heimischen Zuckermarkt nicht zu zerstören, dauerte es lang, bis die entsprechenden Strukturen aufgebaut wurden, damit der Import von so etwas Elementarem wie Süßstoff nicht über die Maßen aus Übersee kommt.

Geschmacklich funktioniert Coca-Cola Life. Vielleicht liegt es daran, dass mit Zucker kombiniert oder man schon mit Diet oder Zero entsprechend gut vorbereitet wurde. Die grüne Aludose ist ein Hohn!


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