Ich, ein Mörder? Das versteht ihr ja doch nicht!

Der Politologe Walter Manoschek besucht einen SS-Mann, der weiß, dass er gemordet hat - sich daran aber nicht erinnern will. Oder kann?

Rezension: Norbert Mappes-Niediek | Politik | aus FALTER 11/15 vom 11.03.2015

Gibt es das? Man hat etwas getan, und man weiß das auch. Nur vorstellen kann man es sich nicht. "Vorstellen kann man sich das gar nicht", hat Adolf Storms am Telefon behauptet. "Vorstellen, das geht über meinen Begriff hinaus." Aber was gibt es da groß vorzustellen, wenn man es weiß? Wer sich erinnert, hat schließlich ein Bild im Kopf. Drei SS-Männer führen nach und nach 60 Juden ab und erschießen sie. Für jeden, der Filme über den Zweiten Weltkrieg gesehen hat, lässt das Bild sich leicht nachzeichnen.

Nicht aber für Adolf Storms selbst, einen der Täter. In einem wunderbar ehrlichen und präzisen Buch zu seinem gerühmten Film über den SS-Mann Adolf Storms und das Massaker an Juden im burgenländischen Dorf Deutsch Schützen geht der Wiener Politologe und NS-Forscher Walter Manoschek den Grundfragen der Erinnerung an Nazi-Verbrechen nach. War es Verdrängung, was da nach dem Krieg geschah? War es "motiviertes Vergessen", also eine selektive Verfälschung der Erinnerung? Oder

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