Theater Kritiken

Optimierungswahn und ekstatische Selbstfindung

Lexikon | SS | aus FALTER 11/15 vom 11.03.2015

Können wir jetzt nicht mein Ficktempo besprechen", bittet Janne (Michael Smulik) seine Exfrau Katja (Katrin Grumeth), als sie beim Müsli in der Früh sein "zu schnelles Gestoße" bereden mag. Sein Leben will sich nicht so recht optimieren. Die Mutter kauft sich von ihrer Mutterschaft frei, und die pubertäre Tochter River gibt es nur in ihrer Abwesenheit. Erst der japanische Liebhaber des Vaters bringt in Rebekka Kricheldorfs "Alltag & Ekstase" dem 40-Jährigen Erleichterung im Optimierungswahn seiner Umgebung. Zusammen mit Takeshi, dem Experten für deutsches Brauchtum, geht es in Karnevalsmützen zum rauschhaften Biertrinken. Das gut eingespielte Ensemble dreht in Sandra Schüddekopfs schriller Inszenierung auf. Am Schluss dieses ekstatischen Selbstfindungsprozesses heißt es: "Ich will mich nicht finden, ich will mich verlieren."

Theater Drachengasse, Fr, Sa Di-Do 20.00


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