Eine kleine Machtmusik

Die einzigartige Sammlung alter Musikinstrumente in der Neuen Burg wird demnächst 100 Jahre alt. Nun könnte sie zum Bauernopfer des geplanten Hauses der Geschichte werden

Feuilleton | Museumsbesuch: Daniel Ender | aus FALTER 11/15 vom 11.03.2015

Es ist der 5. März 2015, kurz nach halb zwei Uhr am Nachmittag. Vor der Neuen Burg am Heldenplatz herrscht ein reges Kommen und Gehen. Studierende und Wissenschaftler strömen in die Lesesäle der Nationalbibliothek oder kommen für eine Rauchpause nach draußen. Dass dasselbe Tor zum Ephesos-Museum sowie zur Hofjagd- und Rüstkammer führt, ist vielen bekannt.

Aber auch, dass es hier eine Sammlung alter Musikinstrumente gibt? Der Passant bemerkt sie nicht. Auf die anderen Abteilungen des Kunsthistorischen Museums (KHM) machen wehende Fahnen an der Fassade aufmerksam. Selbst das wegen Bauarbeiten geschlossene Weltmuseum im rechten Gebäudetrakt, das ehemalige Völkerkundemuseum, wirbt für seine Marke.

Für die Instrumentensammlung muss der Hinweis auf einer unscheinbaren Tafel genügen. Beinahe menschenleer sind denn auch die imperialen Räume in der Beletage an diesem Nachmittag. Die Besucher dürfen hier drei nachgebaute Klaviere ausprobieren. Ungeachtet der etwas veralteten Präsentation


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