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Falters Zoo | Lukas Matzinger, Karin Wasner | aus FALTER 11/15 vom 11.03.2015

Wenn Desirée Treichl-Stürgkh dort ist, muss es ein tolles Event sein. Ein Satz, den man so nicht sehr oft hört. Am 4. März hat die Opernballchefin und Benimmbuch-Autorin mit ihren drei Söhnen im H&M in der Mariahilfer Straße gefeiert. Dort konnten VIPs und Clubmitglieder der Modekette vorab die von David Beckham zusammengestelle Männerkollektion sichten und kaufen. Und Whiskey trinken. Und Tischfußball spielen. Und zu den fancy Remix-DJs Nils and Erv tanzen. Nicht gekommen sind die geladenen Volker Pieszcek und Christoph Feurstein, dafür die allgegenwärtige Mirjam Weichselbraun, die einem im Zweifel die schwedischen Socken von den Füßen moderieren kann. Ach so, und nein, Beckham war nicht dort, dafür Manuel Ortlechner von der Wiener Austria.

Dawa, The Makemakes, Zoe, Folkshilfe, Celina Ann und Johann Sebastian Bass sind die mehrheitlich blöden Namen in Österreichs Vorausscheidungs-Finale für das Eurovisions-Song-Contest-Heimspiel im Mai in Wien. Ebenjene haben nun schon einmal im Chaya Fuera ihre Lieder in feiner Clubatmosphäre, wie schlechte Journalisten gerne schreiben, vorgebracht. Am Anfang lief die Europahymne, zwischendurch sang "Überraschungs"-Gast Conchita Wurst und am Ende applaudierten alle. Freude schöner Götterfunken. Montagabend im WUK. Adam Stephens und Tyson Vogel alias Two Gallants mögen Wien und Wien mag sie. Die Jungs aus Kalifornien präsentieren ihr mittlerweile fünftes Studioalbum "We Are Undone" vor ausverkauftem Haus und in gewohnter Manier: Eine Gitarre, ein Schlagzeug, mehr braucht es nicht. Ihr rotziger Folkpunkrock ist gewohnt auf das Wesentliche reduziert, mal laut und wild, mal sanft und melodisch. Stephens schenkt seinen Stimmbändern nichts und Vogel arbeitet sich am Schlagzeug ab, als gäbe es kein Morgen. Literweise Schweiß - vor und auf der Bühne. Am Ende grummelt einer der beiden ein "Welcome to the museum two gallants" ins Mikro und sie verabschieden sich von der entrückten Menge mit der 10-MinutenBallade "Waves of Grain" aus dem Jahr 2005. Und wir? We are done ...

Arabella Kiesbauer ist nominiert, Peter Resetarits auch und Christa Kummer sowieso. Die Tageszeitung Kurier vergibt wieder seine alljährlichen Romys. Einige der Nominierten sind brav zur ersten Pressekonferenz angetreten und haben freundlich gelächelt, Kaffee getrunken und die Romys schon mal zur Probe in die Kamera gehalten. Will ja alles geübt sein. Durchs Programm führte die Freundin von Andreas Gabalier Silvia Schneider in extrem glänzender Robe, vor den Mikrofonen nahmen artig die offi ziell entsandten Fernseh- und Zeitungsmenschen neben Kurier-Chef Helmut Brandstätt er und Romy-Initiator Rudolf John Platz. Ob Armin Assinger zum neunten Mal gewinnt und sich die Nominierten Joko & Klaas die Anreise wirklich antun, kann man sich am 25. April in der Wiener Hofburg oder im Öffentlich-Rechtlichen anschauen. Toi, toi, toi.

Es ist Freitagabend, Armin Wolf steht auf der Bühne des Wiener Konzerthauses und sagt Texte von Bertolt Brecht auf. Was war passiert? Am 6. März dirigierte der große Ernst Theis das ORF Radio-Symphonieorchester und die Wiener Singakademie einmalig durch legendäre "Radiomusiken". Anchorman Wolf -weder gesanglich noch instrumental als großer Virtuose bekannt - durfte zu "Der Lindberghflug/Der Ozeanflug" von Kurt Weill die Rolle des "Berichterstatters" lesen. In feinstem Zwirn und schön bebrillt trat Wolf vor das ganz ähnlich gekleidete Publikum und sprach Brechts Zeilen souverän. Wir dürfen uns an dieser Stelle von allen Zoobesuchern verabschieden.


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