Film Neu im Kino

Weltrettungsmarkenpflege: Snobtopjob ,,Kingsman"

Dr. Robnik | Lexikon | aus FALTER 11/15 vom 11.03.2015

Matt Vaughns britische Agentenaction-Comiccomedy gibt sich posttraumatologisch, lässt mit ostentativer Heiterkeit zweierlei Anmutung von Trauma in ihrer unmittelbaren Vergangenheit hinter sich: "Kingsman: The Secret Servivce" sagt zu den an Leib und Seele lädierten Superheldinnen und -helden in Vaughns Vorgängerfilmen (etwa "X-Men: First Class") laut Servus, behält aber den Hang zu furioser Zeitlupenaction bei; und von der Marke Bond, die sich im Zeichen von Schwäche, Schmerz &Schwindel neu definiert hat, setzt "Kingsman" sich ab, indem er retro dem Bond-Stil aus Roger Moores Tagen huldigt.

Es regiert Freude an schicken Gadgets, Anzügen und Drinks; auf der zur (ökologisch motivierten) Dezimierung der Erdbevölkerung antretenden Gegenseite ein lispelnder Archvillain (verlässlich: Samuel L. Jackson), der sein Styling und Schicksal nach alten Agentenfilmen modelt, samt Adlatin auf Klingenbeinprothesen. Körperkomik und Kolorit sind okay, Detailgags oft charmant, Glamrock geht so, der Jungagentendrillplot ist fascho, das Vom-Proll-zum-Snob-Habitustraining halblustig, Michael Caine auch hier überflüssig, Colin Firth hat unreine Haut, und Austin Powers war besser.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis und Haydn)


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